
Von 20 Absagen zum eigenen Designstudio
Als Zahlen mich nicht mehr inspirierten
Lange Zeit arbeitete ich im Finanzbereich — einer Welt, in der Präzision, Analytik und makellose Logik alles sind. Doch selbst dort fiel ich am meisten bei Präsentationen auf: komplexe Daten strukturieren, Zahlen in verständliche Geschichten verwandeln und Ideen visuell so kommunizieren, dass sie wirklich ankamen.
Mit der Zeit wurde klar, dass meine wahre Stärke nicht nur im Rechnen lag — sondern darin, wie ich Ergebnisse präsentierte. Diese Erkenntnis trieb mich an, etwas Eigenes aufzubauen, wo Fähigkeiten in visueller Kommunikation zum Hauptinstrument wurden.

Der Traum: Als echte Designerin arbeiten
Als ich begann, nach einer neuen Stelle zu suchen, konzentrierte ich mich auf Positionen, in denen ich meinen Finanzhintergrund mit visueller Kommunikation verbinden konnte. Ich wollte in einem Umfeld arbeiten, das Kreativität und Liebe zum Detail schätzt — an Identitätsprojekten, Verpackungen und Illustrationen — allem, was das Image einer Marke formt.
20 Absagen: Der Moment, der alles veränderte
Ich durchlief zwei bis drei Dutzend Vorstellungsgespräche, und mit der Zeit wurde es zur Routine: Vorbereitung, Gespräch, Warten auf eine Antwort. Meistens hieß es, mir fehle Erfahrung oder mein Portfolio sei nicht stark genug. Eine Absage blieb mir besonders in Erinnerung — nach einem langen Prozess schrieben sie, dass sie sich „für einen Kandidaten mit relevanterem Hintergrund entschieden" hätten.
Nach zehn Absagen wurde ich müde. Nach fünfzehn ertappte ich mich bei dem Gedanken, dass ich zu langsam vorankam. Es gab Momente, in denen ich pausieren wollte, einfach um durchzuatmen. Aber jedes Mal kam ich zurück, weil ich wusste: Es gab keinen anderen Weg.
Da traf ich die Entscheidung, die alles veränderte: Wenn der Markt mir keine Chance geben wollte — würde ich diese Chance selbst schaffen.
Erste Schritte als Freiberuflerin
Meinen ersten Kunden fand ich fast zufällig: Ein Bekannter eines Bekannten sah meine Arbeit und fragte, ob ich helfen könnte. Mein erster bezahlter Auftrag war ein kleines Logo — ich quälte mich mit jeder Linie, als hinge meine gesamte Zukunft davon ab. Vom Entschluss zur Selbstständigkeit bis zum ersten echten Auftrag verging etwa ein Monat, und die ganze Zeit zweifelte ich, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Was mir am meisten Angst machte, war, dass es vielleicht einfach keine Kunden geben würde. Der Moment, in dem ich merkte, dass es funktioniert, kam, als mein zweiter Kunde mich von selbst fand — ohne dass ich jemanden überzeugen musste.
Echte Partnerschaften aufbauen
Als Freiberuflerin verstand ich schnell, dass der entscheidende Unterschied zur Festanstellung in der Art der Bewertung liegt. In Vorstellungsgesprächen wurde ich nach meinem Lebenslauf und wenigen Minuten Gespräch beurteilt. Bei der Arbeit mit Kunden zählte die echte Arbeit: Qualität, Geschwindigkeit, Verständnis des Briefings.

Einer meiner ersten Kunden war Star Food — sie brauchten Etiketten für eine neue Produktlinie. Das Projekt lief gut, und sie vertrauten mir ihr Logo an, dann ein komplettes visuelles Konzept. Seitdem arbeiten wir kontinuierlich zusammen.

Baloon Party kam zu mir für ein umfassendes Markenbuch — von der visuellen Identität bis zu jedem Element ihres Unternehmensstils. Die Zusammenarbeit mit Laser Craft begann mit einem Logo und wuchs zu einer langfristigen Partnerschaft, die alle ihre grafischen Bedürfnisse abdeckt.

Vom Design zur Buchillustration
Zu Kinderbüchern kam ich ganz natürlich: Irgendwann bemerkte ich, dass mich am meisten sanfte, warme Geschichten und Figuren inspirierten. Mein erstes Buch war für Kleinkinder — kurze Geschichten über einen kleinen Waschbären, und ich erinnere mich noch, wie nervös ich war, als ich die ersten Skizzen abschickte.
In der Buchillustration finde ich mehr Freiheit und Emotion als im kommerziellen Design. Wenn ich für Kinder zeichne, habe ich das Gefühl, eine kleine Welt zu erschaffen, in die jemand später eintauchen wird — und das ist ein völlig anderes Gefühl.

Heute umfasst mein Portfolio sechs Buchprojekte: „Der Nussknacker", „Die wilden Schwäne", „Winterabenteuer", „Star Team", „Sigurd kämpft gegen den Drachen" und „Geheimnisse des Meeres". Jedes einzelne bedeutet Monate Arbeit, Dutzende Skizzen und die Suche nach der richtigen visuellen Sprache für jede Geschichte.
Was ich auf dem Weg gelernt habe
Zwanzig Absagen haben mir mehr beigebracht als jedes Vorstellungsgespräch es je hätte tun können.
Eine Absage ist kein Urteil — sie ist eine Umleitung. Jedes „Nein" brachte mich näher an meinen eigenen Weg, der sich als weit interessanter herausstellte als jede Festanstellung.
Kunden schätzen Ergebnisse, keine Diplome. Nicht ein einziger meiner Stammkunden hat jemals gefragt, wo ich studiert habe. Sie interessiert nur eines — die Qualität der Arbeit und die Fähigkeit, ihr Briefing zu verstehen.
Langfristige Partnerschaften basieren auf Vertrauen. Star Food, Baloon Party, Laser Craft — sie alle begannen mit einem kleinen Projekt. Qualitätsarbeit verwandelte einmalige Aufträge in dauerhafte Zusammenarbeit.
Wenn Sie eine Illustratorin für Ihr Buch oder eine Designerin für die visuelle Identität Ihrer Marke suchen — ich freue mich darauf, Ihr Projekt zu besprechen.
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